Australien ist ein riesiges Land, eben ein Kontinent. Da er im zentralen Bereich sehr dünn besiedelt ist, befinden sich die meisten Eisenbahnen in den Küstenregionen. Und diese sind landschaftlich besonders interessant. Westlich der mit über 5 Millionen Einwohnern größten Stadt Australiens, Sydney, befinden sich die Blue Mountains, die überwunden werden müssen, wenn man das Inland erreichen will. Die Steigungsstrecke bis Lithgow ist schon lange elektrifiziert, aber weiter westlich erstreckt sich eine fotogene Hügellandschaft, die in unserem Programm eine zentrale Rolle spielen wird.

Ein wichtiger Grund für die Wahl des Reisetermins ist nicht nur der Winter mit teils fotogenen Wetterbedingungen mit der nahezu sicheren Chance, dass der Abdampf über den Lokomotiven kondensiert. Es ist auch das Dampffestival der Transport Heritage New South Wales (THNSW). Denn es ist nicht sicher, ob es das so noch einmal geben wird. Die THNSW erhält seit einigen Jahren eine gigantische finanzielle Unterstützung, die zum Aufbau eines einzigartigen Museums mit einem großen Fahrzeugpark geführt hat. Da die Hausstrecke kurz und nur auf einem sehr limitierten Abschnitt landschaftlich reizvoll ist, fahren sie öfter auf der Staatsbahn und veranstalten im Juni 2026 ein Dampffestival, bei dem an zwei Tagen 5 Züge über die Tumulla Bank fahren werden. Dieses Jahr ist die frisch untersuchte 3801 dafür vorgesehen, eine beeindruckende 2’C1’-Schnellzuglokomotive mit Stromlinienverkleidung. Der Zeitpunkt 2026 ist deshalb so wichtig, weil im Juni 2026 über die Fortführung der jährlichen Zuschüsse von sagenhaften 15 Millionen australischen Dollar entschieden wird. Wer die Preise in Australien kennt wird wissen, dass man sich als Veranstalter von Fotozugfahrten dort kaum lange Überführungen von Rollmaterial an landschaftlich schöne Orte leisten kann. Und daher ist es so wichtig, diese Reise jetzt noch durchzuführen, als darauf zu warten, dass es irgendwann einmal günstiger werden würde (Spoiler: wird es nicht).
Wir werden eine zweite Maschine, und zwar 5917 vom Picnic Train, nach Lithgow überführen, und mit dieser bis nach Orange und zurück fahren.
Im Anschluss an unseren Ausflug nach New South Wales fliegen wir nach South Australia, wo wir zwei Tage auf der berühmten Pichi Richi Kapspurstrecke mit ihrem wunderbaren Rollmaterial verbringen werden. Dort bekommen wir nahezu 100 % authentische Züge, und zwar auch einen Güterzug, vor die Linse.
Und wenn man schon mal in Adelaide ist, dann wollen wir auch die Breitspur-Schnellzuglokomotive 621 mit dem Ozean im Hintergrund fotografieren, weshalb wir nach Victor Harbor fahren werden.
Die Reise ist so geplant, dass man, wenn man schon so weit geflogen ist, gleich weiter nach Neuseeland fliegen kann, um dort Kapspurzüge in toller Landschaft zu erleben.

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Datum |
Reiseplan |
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3.6. |
Es wird empfohlen, sich einen Tag vor der Reise nach Sydney zu begeben, um sich dort sowohl an die Zeitumstellung anzupassen, sich etwas zu erholen und auch etwas von dieser tollen Stadt zu erleben. Dazu wäre eine Abreise bereits am 2.6.2026 erforderlich, sofern man die Reise in Europa beginnt. Individuelle Anreise, z. B. mit Abflug von Frankfurt/Main mit Qatar QR 70 09:35 16:30 nach Doha, dort weiter mit QR 908, Abflug 20:20 Uhr nach Sydney |
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4.6. |
Ankunft in Sydney bei Nutzung von QR 908 um 17:10 Uhr. Das sollte auch die späteste Ankunftszeit sein, darauf ist die Busabfahrt ausgelegt. Man kann aber auch, wenn man später ankommen möchte, individuell zum Hotel kommen. Hotel in Sydney |
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5.6. |
Morgens Bustransfer nach Bathurst. Hier besteigen wir gegen Mittag den Shuttlezug nach Wimbledon, der mit Dampf bespannt sein wird. Der Steigung wegen wird eine Diesellok als Schiebelok beigestellt sein. Wir gehen davon aus, dass die Pacific 3801 die Zuglok der nächsten drei Tage sein wird. Es ist noch nicht entschieden, ob THNSW auch eine zweite Dampflok nach Bathurst überführen wird. Hotel in Bathurst |
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6.6. |
Heute und morgen verkehrt der Dampfshuttle jeweils fünfmal über die Tumulla Bank. Die Bergfahrten sind dabei besonders am frühen Morgen spektakulär. Der erste Zug wird dabei nicht weit nach Sonnenaufgang (7:00 Uhr) verkehren und das Highlight des Tages darstellen, denn er fährt nach Westen, also aus der aufgehenden Sonne heraus. Am Nachmittag steht die Sonne dann auf der Rauchkammer, so dass jeder fotografisch auf seine Kosten kommen wird. Hotel in Bathurst |
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7.6. |
Wie am Vortag werden wir die fünf Shuttlezüge Bathurst Wimbledon fotografieren. Am Nachmittag wird unser Charterzug von Sydney nach Lithgow fahren. Diese Strecke ist elektrifiziert und dicht bewaldet, also unfotogen. Daher fahren wir erst am Abend nach Lithgow zu unserem Hotel. |
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8.6. |
Von Lithgow fährt unser Charterzug mit der 1953 gelieferten 1’D1’ 5917 von Baldwin bis nach Newbridge oder bis Orange. Wir werden möglicherweise auch dem THNSW-Sonderzug begegnen, der heute von Bathurst nach Orange und zurück fährt. Hotel in Bathurst |
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9.6. |
Je nach Übernachtungsort unseres Zuges fahren wir entweder von Newbridge nach Orange und zurück, oder von Orange nach Bathurst. Hotel in Bathurst. |
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10.6. |
Heute fährt unser Charterzug von Newbridge oder Bathurst bis nach Sydney. Dort werden wir zum Flughafen fahren, um den Inlandsflug nach Adelaide zu nehmen. Geplant ist der Virgin Australia-Flug VA442 19:20 21:00 Uhr. Von Adelaide bringt uns ein Charterbus in Richtung Victor Harbor, wo wir übernachten werden. |
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11.6. |
Am Morgen fahren wir mit einer authentischen Zugkomposition entlang der Küstenlinie, wobei wir bereits das erste Morgenlicht ausnutzen wollen. Sonnenaufgang ist hier um 7:23 Uhr. Zum Einsatz soll die leichte Pazifik 621 kommen. Mittags schauen wir uns die Bahnwerkstatt in Goowla an, bevor wir uns auf den langen Weg nach Port Augusta machen. Hotel in Port Augusta |
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12.6. |
Heute sind wir auf der Pichi Richi Kapspurstrecke aktiv, wo wir mit einem Personenzug, dem „Afghan“, gezogen von NM25 nach Quorn und zurück fahren wollen. Hotel in Port Augusta |
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13.6. |
Am frühen Morgen fahren wir mit einem Charterbus von Port Augusta nach Quorn, wo wir bereits bei Sonnenaufgang (7:17 Uhr) mit einem GmP, gezogen von Yx 141 über den Steigungsabschnitt nach Whoolshed Flat fahren wollen. Von dort kehren wir wieder nach Quorn zurück und werden mit dem Dampftriebwagen SMC 1, genannt Coffee Pot“, ein kurzes Stück auf die Strecke hinaus fahren. Am Nachmittag bringt uns unser Charterbus zurück nach Adelaide, wo man bequem z. B. den Qatar-Flug QR 915, ab Adelaide 21:40 Uhr, an Doha 04:40 Uhr am nächsten Tag erreichen kann. Für alle, die uns nach Neuseeland folgen, werden wir vsl. ein Hotel am Flughafen Adelaide buchen. |
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14.6. |
Diejenigen, die sich auf dem Heimweg gemacht haben, können z. B. mit Qatar QR 67 nach Frankfurt weiter fliegen (07:35 14:35). Wer ins landschaftlich wunderschöne Neuseeland mitkommt, wird wahrscheinlich mit Qantas QF 730 nach Sydney (06:00 08:30) und weiter mit QF 161 nach Wellington fliegen (09:35 14:45). |
Die Normalspurstrecke um Bathurst ist von zahlreichen Steigungen im Hügelland gekennzeichnet. Bevor ich hier versuche, das zu beschreiben, schaue man sich bitte diese Aufnahmen auf der Tumulla Bank an. Die ersten vier Minuten sollten ausreichen, um einen Eindruck der fantastischen Möglichkeiten zu erlangen: https://www.youtube.com/watch?v=3xOdwbh3oIA
Viele immergrüne Eukalyptus-Bäume prägen die Landschaft um Lithgow und weiter westlich. Es sieht nur dann auch winterlich aus, wenn wir das Glück haben, dass Rauhreif über der Landschaft liegt. Aber zumindest am Morgen ist eine lange Abdampffahne garantiert.
Auf der Staatsbahn kann es sein, dass wir abschnittsweise eine Diesellok am Zugschluss mitführen werden. Soweit betrieblich möglich, werden wir das unterbinden. Zumindest bei unserem eigenen Sonderzug haben wir einen großen Einfluss auf die Zugkomposition.

Die SteamRanger Heritage-Breitspurstrecke von Victor Harbor geht über Goolwa nach Mount Baker. Wegen Brückenproblemen kann sie aber nicht zur Gänze befahren werden. Da der größte Teil durch Eukalyptus-Wälder mit keinen bis lediglich weniger guten Motiven führt, konzentrieren wir uns ausschließlich auf den schönen Abschnitt Victor Harbor Goolwa, in dem die Strecke unter anderem in Sichtweite zum Ozean liegt. Am Morgen wollen wir Aufnahmen mit dem Ozean im Hintergrund machen. Von Victor Harbor aus steigt die Strecke auch um gut 20 Meter an, so dass die große Maschine trotz des (authentisch!) kurzen Zuges etwas arbeiten muss.

Die Pichi Richi Kapspurbahn von Port Augusta nach Quorn ist weithin bekannt für ihre historisch korrekten Zugkompositionen und fotografischen Möglichkeiten. Die Strecke startet fast auf Seehöhe, führt zuerst durchs Flachland, muss sich dann aber rund 400 Meter durch die Berge nach oben winden, um im letzten Abschnitt wieder auf rund 300 Meter über dem Meeresspiegel abzufallen. Damit gibt es in beiden Richtungen eindrucksvolle Bergfahrten zu erleben. Neben den tollen Fahrzeugen der Dampftriebwagen, genannt „Coffee Pot“ ist ein Unikat gibt es hier auch noch Formsignale, die man in Szene setzen kann. Sowie es unsere Zeit erlaubt, werden wir auch eine Führung durch das Ausbesserungswerk in Quorn erleben.

Australien gehört zum Britischen Commonwealth und daher fährt man links. Die Zeitverschiebung in der Europäischen Sommerzeit beträgt zu Adelaide siebeneinhalb und zu Sydney und ganz NSW acht Stunden. Sonst sind es 9:30 bzw. 10 Stunden.
Aufgrund der Lage Australiens auf der Südhalbkugel sind die Jahreszeiten zu den europäischen umgekehrt. Die Temperaturen sinken auch im Winter in den Küstenregionen eher nicht unter den Gefrierpunkt, in den Hochlagen ist das jedoch nicht ausgeschlossen. Im besten Fall werden wir in den Bergen Temperaturen um den Gefrierpunkt erleben. Normalerweise kann man mit Nachmittagstemperaturen um die 15 Grad rechnen.

Wir werden in teils kleineren Mittelklassehotels unterkommen. Wir haben einen Charterbus gemietet, der uns überall hinfährt. Wir werden sowohl mit dem Charterbus als auch und nur in Pichi Richi mit unseren Charterzügen reisen. In Australien sind Fotozüge in der Art, wie wir sie sonst auf der Welt anbieten, eher unbekannt. Wir werden daher auf den Staatsbahnstrecken mit unserem Charterbus zu den Fotostellen fahren. Dabei ist manchmal ein Fußweg von mehreren hundert Metern zu überwinden, um an die besten Fotostellen zu gelangen.
Der Fokus liegt auf guten Fotos, und so werden wir uns manchmal bereits vor Sonnenaufgang an die Strecke begeben. Das ist nicht so schlimm, die Sonne geht zu unserer Reisezeit kaum vor 7 Uhr auf und verabschiedet sich bereits gegen 17 Uhr wieder unter den Horizont. Die Essenszeiten können variieren. Mahlzeiten können auch abgepackt gereicht werden oder gänzlich ausfallen, weshalb man sich immer ein paar Snacks einpacken sollte.
Australien ist ein sehr sicheres Reiseland. Viele Nationalitäten benötigen zur Einreise nach Australien nur einen gültigen Reisepass (mit einer Gültigkeit von 3 Monaten nach dem Rückreisedatum) und ein kostenloses eVisa, was online beantragt und geliefert wird.


Die Lokomotiven und teilweise auch die eingesetzten Wagen haben vor mindestens einem halben Jahrhundert ihre letzten regulären Einsätze erlebt. Es ist mit technischen Problemen bis hin zu ersatz- und kompensationslosen Ausfällen der einen oder anderen Lokomotive zu rechnen. Da aber auf allen Bahnen mindestens zwei verschiedene Lokomotiven zur Verfügung stehen, sind wir nahezu sicher, immer eine Lösung finden zu können. Wir befinden uns hier zwar nicht in Afrika, aber die Technik folgt überall auf der Welt den gleichen physikalischen Grundsätzen, und dazu gehören eben auch Fehlfunktionen, Stehbolzenrisse oder Stangenbrüche. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an dieser Reise teilnimmt. Wer nicht damit leben kann, dass eine Lokomotive auch einmal ausfallen kann, darf diese Reise daher nicht buchen.
Diese Art von Fotoveranstaltung ist (mit Ausnahme von Pichi Richi) in Australien nahezu unbekannt. Wir müssen mit Schwierigkeiten rechnen, die noch nicht bekannt sind. Ich bin mir sicher, dass sich alles zu unserer Zufriedenheit lösen lässt, aber niemand dort hat die Erfahrung mit Fotografen wie zum Beispiel ein Lokführer der Andenbahn „La Trochita“ in Argentinien.
Einige ganz spezielle Anmerkungen seien gestattet, weil es immer wieder „vorkommt“, dass mir eigentlich Interessierte sagen, dass die Reise zu teuer sei (obwohl die eigentlich richtige Antwort immer ist: Man wird für seine Arbeit nicht ordentlich entlöhnt). Mir ist sehr wohl bewusst, dass bei einem Durchschnittsnettogehalt von 2.500 Euro eine Reise, die alles zusammen gut 7.000 Euro kostet, eine gewaltige Investition ist. Andererseits glauben Manche, dass es eine gute Idee sei, sich einfach einen Mietwagen zu nehmen, um dann an einigen Stellen zu Aufnahmen zu kommen. Wenn nur genügend Leute derselben Idee folgen, fährt nirgendwo mehr ein Sonderzug. Zudem ist es gesellschaftlich verachtenswert, an den Honigtöpfen zu schmarotzen, wenn man keinen eigenen Beitrag dazu geleistet hat und womöglich sich oder sein Fahrzeug auch noch in das Bild der ehrlichen Teilnehmer zu stellen. Solche Reisen kann es nur geben, wenn sich eine ausreichende Zahl von Fotografen und Videografen daran ehrlich beteiligt. Dafür gehe ich teils sechsstellig in Vorleistung und riskiere ebensolche Verluste. Wie will man eigentlich „zu teuer“ definieren, wenn man diese Reise nirgends billiger haben kann? Die Möglichkeit, selbst nach Australien zu fliegen und eine solche Reise zu organisieren und dann einem viel günstigeren Preis anzubieten, bleibt aber jedem unbenommen. Wer sich die Mühe macht, das herauszufinden, wird mir zustimmen: für das, was auf dieser Reise geboten wird, ist der Preis nahezu lächerlich gering. Es gibt zwei Tage der Reise, da liegt der Preis pro Tag allein für unseren Charterzug bei knapp 60.000 australischen Dollar (ca. 34.500 Euro)! Die sich nicht durch nebenherfahrenden Autofahrern begleichen, die keinen Cent in die Reisekasse geben.

3801 bei der Untersuchung in Thirlmere
Bitte beachten Sie, dass, obwohl Australien ein hochentwickeltes Land ist, trotzdem auch auf die Gefahren hingewiesen werden muss, die durch die Benutzung und den Aufenthalt in der Nähe der Eisenbahnen oder im Straßenverkehr entstehen können. Benutzen Sie immer Ihren gesunden Menschenverstand, z. B. wenn Sie Straßen und ggf. auch Bahngleise überqueren. Seien Sie umsichtig und vorsichtig. Die Staatsbahn, deren Gleise man nur an öffentlichen Überwegen queren bzw. via Unterführungen und Brücken kreuzen darf, handelt dies relativ strikt, und wir müssen den Anweisungen des Personals Folge leisten. Der Abschluss einer Auslands-Unfallversicherung und der ohnehin wichtigen Auslandskrankenversicherung wird empfohlen. Weder die Staatsbahn, die beteiligten Eisenbahnen, der örtliche Veranstalter noch FarRail Tours haften in irgendeinem Fall für Unfälle jeglicher Art, Schäden, Verluste oder Unannehmlichkeiten, Mehrkosten etc., die z. B. aus notwendigen Umbuchungen oder Verspätungen einzelner Verkehrsträger entstehen können. Der Abschluss einer Reiskostenrücktrittsversicherung wird ebenso empfohlen. Die Reise ist nicht für mobilitätseingeschränkte Personen geeignet.
| Australien | ||
| Dampffestival in New South Wales und Südaustralien | 36 bis 55 Teilnehmer | 5.990 Euro |
| 03.06.2026 14.06.2026 | Einzelzimmerzuschlag | 740 Euro |
| Anmeldeschluss: 03.03.2026 | ||
Im Reisepreis eingeschlossen sind:
Nicht im Reisepreis eingeschlossen sind: