Dampf und Formsignale in Birma (Myanmar)

Dampf in Birma/Myanmar für Eisenbahnfotografen

Meterspur-Dampf in Burma 2019

Die Aufarbeitung von Wagen, Wasserver-sorgungseinrichtungen, Gleisdreiecken, Drehscheiben, der Umbau von Loks und das Durcharbeiten einer Strecke erfor-derten einen finanziellen Aufwand, der sich bei den letzten Reisen auch immer im Reisepreis niederschlug. Für die Reise im Dezember 2018 Reise haben wir z. B. sechs Reisezugwagen umlackieren, eine Strecke durcharbeiten, zwei zweiachsige Flachwagen aufarbeiten lassen und vier Güterwagen über mehr als 1.000 km zu unserem Einsatzort herangeführt. Deswegen konnte sich auch nicht jeder eine solche Reise leisten. Mit der jetzigen Reise, die fast 1.000 Euro günstiger ist als die vorangegangenen, soll versucht werden, wenigstens einem großen Teil derer, die sich bei Preisen über 3.000 Euro ausgeschlossen fühlen, die Chance zu geben, Formsignale, Pagoden und ein Reststück der ursprünglichen zweigleisigen Hauptstrecke mit Dampflokomotiven life zu erleben.

Dampf in Birma/Myanmar für Eisenbahnfotografen

Im Dezember waren wir nach der Reise an mehreren Orten und haben mit Leuten gesprochen, die vier oder fünf goldene Streifen auf ihren Schulterstücken und noch mehr Einfluss haben. Die Bauarbeiten an der Hauptstrecke haben mit einer Zeremonie im Dezember begonnen. Tonnenweise Schotter, neue Betonschwellen etc. liegen bereit. Es geht tatsächlich los. Aber nicht überall sofort. Die Pläne für den Umbau der Bahnhöfe Pyuntaza und Bago liegen vor. Pyuntaza ist zudem das Zentrum der Bautrupps. Und dennoch haben wir es geschafft: wir haben von der Hauptverwaltung die Zusicherung bekommen, dass man Bago und Pyuntaza signaltechnisch bis Jahresende 2019 unangetastet lässt.

Deswegen kann es die hier geplante Neun-Tage-Reise in dieser Form überhaupt geben. Wagentechnisch sind wir nunmehr hervorragend ausgestattet, um authentische Züge in verschiedenen Kombinationen fahren zu lassen. Alle beteiligten Eisenbahner in der Region um Bago wissen mittlerweile sehr genau, was und wie wir es wollen. Wir können also aus dem Vollen schöpfen.

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Reiseplan

Datum

Reiseplan

07.12.

Individueller Flug nach Yangon

08.12.

Ankunft in Yangon bis Mittag, am frühen Nachmittag Transfer zu unserem Hotel in Bago

09.12.

Morgens fahren wir nach Pyuntaza, schauen uns im Depot um und fahren dann weiter nach Madauk. Mit einem gemischten Zug fahren wir dann am Nachmittag fast genau im Fahrplan des früheren PmG 162 von Madauk nach Nyaunglebin. Wir haben wiederum jede Menge Töpferwaren arrangiert, die dann vor unseren Augen in den Zug verladen werden, genau so, wie es bis zur Jahrtausendwende üblich war. Wir werden die schöne Pazifik der Klasse YC einsetzen. Am Abend Rückfahrt zu unserem Hotel in Bago

10.12.

Hauptstreckendampf! Von Pyuntaza fahren wir auf der zweigleisigen Hauptstrecke nach Bago. Wir werden dazu die YC einsetzen. Teile der Strecke dürften bereits im Umbau sein, aber es gibt auch längere Abschnitte, die sich noch unverfälscht darstellen. Hotel in Bago.

11.12.

Mit einer Mikado der Klasse YD und einem authentisch aussehenden Steinzug fahren wir von Bago nach Mokpalin, wo unsere Lok gedreht wird (bei Nacht). Hotel bei Kyaikhto

12.12.

Wir kehren mit unserem Steinzug nach Bago zurück. Die Steinzüge, die wir bisher gefahren haben, sahen immer fantastisch aus. Aber diesmal setzen wir noch einen drauf: uns stehen nochmals vier weitere zweiachsige Wagen für unseren Zug zur Verfügung! Hotel in Bago.

13.12.

Wir haben eine Übereinkunft mit der Hauptverwaltung der Bahn erzielt, dass die Formsignale in Bago auf jeden Fall bis Ende 2019 nicht angerührt werden. Deshalb können wir noch einmal mit den Formsignalen traditionelle Bahnhofsszenen nachbilden, Ein- und Ausfahrten auf beiden Seiten. Wir werden mit der YC auch ein kleines Stück auf die Hauptstrecke fahren. Die YC ist die technisch schlechteste Maschine, und es ist nicht sicher, wie lange wir diese noch einsetzen können bevor eine kostspielige Kesselreparatur notwendig wird, die womöglich niemand mehr in Burma auszuführen vermag. Hotel in Bago

14.12.

Am späten Vormittag fahren wir zurück nach Yangon zum Flughafen. Für alle, die einen späteren Flug gebucht haben: Besuch der Shwedagon Pagode (Weltkulturerbe) in Yangon und Nachmittags Transfer zum Flughafen. Heimflug

15.12.

Ankunft in Europa

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Streckenbeschreibung

Die nicht elektrifizierte, zweigleisige Hauptstrecke von Mandalay nach Yangon ist eine durchgehende Langsamfahrstelle. Teilweise gleicht sie einer grüne Wiese mit Schienen. Mit Stand Januar 2019 findet man immer noch genietete Brücken aus der Zeit des Baus der Strecke, Formsignale in Bago und Pyuntaza, Fachwerkstellwerke und mit Flaggenmann gesicherte Bahnübergänge. Die Strecke ist zwar flach und folgt dem weiten Tal des Sittaung Flusses, aber es gibt etliche schöne Motive. Das Hauptmotiv wird natürlich unser authentischer Zug auf der Strecke sein. Wann genau die Bauarbeiten , die die Strecke in die Neuzeit katapultieren werden, in dem Abschnitt, den wir befahren wollen, beginnen werden, ist nicht genau abzusehen, wir werden aber mit Sicherheit die größten Abschnitte unserer geplanten Reiseroute unberührt vorfinden.

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Die Nebenbahn nach Madauk erlaubt stellenweise 25 km/h, an anderen Stellen jedoch nur 8 km/h. Die Strecke bietet eine Besonderheit: hier wurden bis zur Jahrtausendwende Dampfzüge mit Töpferwaren beladen. Das alles passierte auf einem unscheinbaren Haltepunkt, wo selbst der unwichtigste Personenzug nur eine Minute hielt. In der Hektik ging manchmal etwas zu Bruch. Die Szenen, die sich dort abspielten, waren einmalig – und genau das werden wir nachstellen.

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Bago (früher Pegu) war eines der letzten Dampfdepots Birmas. Man bediente neben der Hauptstrecke die eingleisige Hauptbahn nach Mottama, südwestlich von Bago. Anfangs verläuft sie durch das Flachland wo sich bereits zahlreiche gute Fotomöglichkeiten bieten. Nach der großen Flussbrücke über den Sittaung tauchen entlang der Strecke Berge auf, die sich als Fotohintergrund anbieten. In Mokpalin gibt es ein verschlafenes, kaum genutztes Depot mit einer für uns wieder funktionsfähig hergerichteten Drehscheibe und der für uns neu gebauten Zufahrt. Man kann Lokomotiven hier versorgen und kleinere Reparaturen ausführen.

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Wir haben für unsere Züge Wagen wieder aufarbeiten bzw. umlackieren lassen. Unser Zug wird also authentisch aussehen.

Alle drei betriebsfähigen Lokomotiven haben einen reduzierten Kesseldruck, daher können sie nicht mehr die Zuglasten früherer Jahre bewältigen. Die letzten Untersuchungen waren Billig-HUs; auch mit dem mechanischen Teil der Lokomotiven steht es nicht zum Besten. Die Intention für die Untersuchung war, dass man drei bis fünf Personenwagen über flache und relativ kurze Strecken befördern wollte. Auf den vorangegangenen Reisen bestätigte die Dampftechnik jedoch, dass sie auch unter lausigen Bedingungen zu guten Leistungen in der Lage ist. Man kann zwar technische Probleme nie ausschließen, aber im schlimmsten Falle haben wir eine Ersatzlok, die zwar nicht sofort, aber doch in angemessener Zeit aushelfen kann. Die Lokmannschaften kennen sich nicht mehr so, wie früher mit diesem Lokomotiven aus. Daher sollte man dennoch Verspätungen (völlig normal auf birmesischen Gleisen) und Probleme erwarten. Es kann nicht garantiert werden, dass irgendetwas so wie geplant und bezahlt läuft.

Wir haben drei Lokomotiven zur Verfügung, zwei YD-Mikados und eine YC-Pazifik. Wir planen, alle zwei Lokomotiven einzusetzen und die dritte fotogen im Bahnhof Bago zu platzieren.

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Anmerkungen

Ein gecharterter Reisebus wird unseren Sonderzügen folgen. Wir werden aber auch immer wieder an Bord unseres Zuges gehen, um zu den besten Fotopunkten zu gelangen. Das Einsteigen in die Güterwagen kann manchmal etwas beschwerlich sein, wir haben aber Leitern dabei.

Die veröffentlichten Fahrzeiten der Myanma Railways gehen nicht sehr weit über den Status einer Absichtserklärung hinaus. Stundenlange Verspätungen sind eher die Regel denn die Ausnahme. Dennoch haben unsere Charterzüge in der Vergangenheit fast immer eine Abfahrt auf die Minute genau hingelegt.

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Nicht nur die Lokomotiven, auch das Streckennetz und die Signaleinrichtungen sind vielfach in einem Zustand der es nicht erlaubt, auch nur irgendetwas zu versprechen. Es kann daher nicht nur aus lokomotivtechnischer Sicht möglich sein, dass bestimmte Teile des Reiseplanes nicht oder nicht wie geplant und gewünscht durchgeführt werden und kompensationslos, also ohne die Möglichkeit, Geld zurückzuzahlen oder eine adäquate Ausgleichsmöglichkeit anzubieten, ausfallen können. Gezahltes Geld zurückzuerhalten, ist bei den Myanma Railways nicht vorgesehen, wir mussten das sogar unterschreiben. Allerdings erwarten wir nach der Erfahrung auf den zurückliegenden Reisen nicht, dass es zu größeren Schwierigkeiten kommen wird. Alle Vertragsparteien haben jeweils alles ihnen Mögliche versucht, um das geplante Programm durchzuführen. Es gab daher noch keine Ausfälle.

Der Reiseverlauf kann jederzeit aus verschiedenen Gründen geändert werden. Wir versuchen immer, das Beste aus der uns zur Verfügung stehenden Zeit herauszuholen, weswegen es kurzfristige Änderungen im Programmablauf, bei den geplanten Zügen, den Lokomotiven, den Hotels etc. geben kann.

Charterbusse (meist mit Klimaanlage), Flugzeuge, Züge, Unterkünfte etc. entsprechen dem Standard unseres Gastlandes und können von mitteleuropäischen Vorstellungen deutlich abweichen. Wir versuchen, lange Wege zu Fuß zu vermeiden, manchmal aber sind diese die einzige Möglichkeit, zu einem Aussichtspunkt oder einem Fotomotiv zu gelangen. Die Reise ist besonders für Fotografen und Videofilmer zugeschnitten, die Erzielung guter fotografischer Ergebnisse hat Vorrang vor einem ausgiebigen Frühstück im Hotel. Das Frühstück kann abgepackt sein, das Mittag wenn nötig entfallen oder durch einige Papayas, Bananen oder Orangen ersetzt werden. Die Essenszeiten richten sich nach unseren Zügen. Ausgezeichnete Mahlzeiten mit lokalem Gemüse, Reis und Curry sind in der Regel in den kleinen Stationen entlang der Bahn zu finden. Mit der Ausnahme von Trinkwasser sind Getränke nicht im Reisepreis enthalten.

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Unsere gewählten Hotels sind nach lokalen Maßstäben sehr gut, bei notwendigen Programmänderungen oder Abseits der großen Städte können sie aber durchaus einfachsten Standards sein. Nachdem Sie die Qualität der Straßen erlebt haben, werden Sie verstehen, warum wir weite Strecken zum Erreichen des nächsten überteuerten Luxushotels vermeiden.

Bitte beachten Sie, dass die Hotels, Busse, Züge, eigentlich alles, was uns begegnen wird, keinesfalls EU-konform sind. Deshalb reisen wir ja gerade dorthin. Wir werden in ein Land reisen, in dem Umwelt- und Unfallschutz nahezu unbekannt sind. Es sei ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen, die durch die Benutzung und den Aufenthalt in der Nähe der Eisenbahnen oder im Straßenverkehr entstehen können. Benutzen Sie immer Ihren gesunden Menschenverstand, wenn Sie Straßen und Bahngleise überqueren. Wenn Sie sich nicht auf dunklen Straßen in der Nacht orientieren können, nehmen Sie eine ausreichend starke Taschenlampe mit. Der Abschluss einer Auslands-Unfallversicherung und der ohnehin wichtigen Auslandskrankenversicherung wird empfohlen. Weder die Staatsbahn, Myanma Railways, der örtliche Veranstalter noch FarRail Tours haften in irgendeinem Fall für Unfälle jeglicher Art, Schäden, Verluste oder Unannehmlichkeiten, Mehrkosten etc., die z. B. aus notwendigen Umbuchungen oder Verspätungen einzelner Verkehrsträger entstehen können.

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Es wird empfohlen, einige US-Dollar mitzunehmen, auch den Euro kann man mittlerweile fast überall in die lokale Währung Kyat tauschen. Mit 200 $ ist man meist ausreichend gut aufgestellt, alle eventuellen Kosten für Getränke und Souvenirs abdecken zu können.

Akkus aufladen in den Hotels stellt kein Problem dar. Manchmal gibt es Stromausfälle. Die Generatoren der Hotels sind dann oft nicht in der Lage, die gleiche Spannung wie das Landesnetz zu liefern. Daher kann das Aufladen der Batterien eine längere Zeit als üblich in Anspruch nehmen. Auf den früheren Reisen musste aber noch niemand auf ein Bild wegen eines Batterieproblems verzichten.

Trotz einiger Unzulänglichkeiten wird man über Land und Leute positiv überrascht sein und mit guten Erinnerungen nach Hause zurück fahren.

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Preis

Birma (Myanmar)
Dampf und Formsignale in Myanmar 31 bis 40 Teilnehmer 2.445 Euro
07.12.2019 – 15.12.2019 22 bis 30 Teilnehmer 2.760 Euro
  Einzelzimmerzuschlag 330 Euro
Anmeldeschluss: 17.08.2019

Buchungen nach dem Anmeldeschluss sind möglich, kosten jedoch 120 Euro zusätzlich.

Im Preis enthalten

Nicht eingeschlossen sind

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Alle Aufnahmen © Bernd Seiler, Dezember 2018

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